CHRONIK

Chronik

Geschichte des Turn- und Sportverein 1894 Wonsheim e.V.
Im Jahre 1894 trafen sich junge Menschen unserer Gemeinde, um einen Turnverein zu gründen. Sie folgten dabei dem Ruf von Turnvater Jahn, der im Turnsport ein Erziehungsmittel sah, um die jungen Menschen körperlich und geistig  zu formen und zu stärken. Zweck und Ziel war es damals auch, sich für  die deutsche Einheit, deutsche Ehre und Freiheit einzusetzen.
Das vor dieser Zeit schon ein Turnverein in Wonsheim bestanden haben muss, zeigt die Widmungstafel im Sockel des Jahn-Denkmals in Berlin.
Der erste Vorstand setzte sich wie folgt zusammen: Erster Vorsitzender Johann  Klein, weitere Vorstandsmitglieder: August Glaser, Friedrich Klein, Johann Fitting, Robert Blum, Heinrich Scherrer und Johann Stoll.
Da zunächst die zum Turnen notwendigen Geräte fehlten, musste erst einmal an primitiven Geräten geturnt werden. Durch Sammlung und Spenden  konnten dann nach und nach neue Geräte beschafft werden.
Auf dem gemeindeeigenen Zimmerplatz, den auch die Schulen zum Turnen nutzten,  wurde eifrig geturnt. Nachdem einige Jahre fleißig geübt worden war,  konnten die Turnen erstmals am Gauturnfest und am Bergfest auf der Landskrone bei Oppenheim teilnehmen. Im Gemeinschaftsturnen, in der Musterriege und Vereinsriege konnten Siege und Preise errungen werden.
Dem Verein gehärte auch ein Spielmannszug an, der aufspielte, wenn der Verein an einem Turnfest teilnahm. Im Sommer wurde im freien geturnt, im Winter  im Saal der Gaststätten.
Es ist im Rahmen dieser Chronik unmöglich, alle Turner, alle Vorstandsmitglieder und sonstige Mitglieder, namentlich aufzuführen. Viele sind es gewesen, die nach dem Motto handelten: Sein ist Schein, Wirken ist Seligkeit.
Im Jahre 1910 erhielt der Verein eine Fahne, deren Anschaffung mit Sammlungen  und Spenden erreicht wurde. Am 12. Juli des Jahres überreichte die Festdame Maria Klein im Rahmen eines Turnfestes die Fahne mit einer kleinen Ansprache an den Verein. August sauer als Fahnenträger nahm die Fahne entgegen.
Ebenfalls im Jahre 1910 nahm der Verein am Kreisturnfest in Bad Kreuznach teil,  wo er als einziger Verein des Kreises Alzey einen ersten Rang erreichte. Folgende  Turnen standen damals für den Verein im Wettkampf: Philipp Lahr, Hans Scherrer, August Sauer, Adolf Arm, Heinrich Beck, Heinrich Fitting, Hans Klein und Johann  Arm.
So ging der Turnbetrieb kontinuierlich weiter, ältere Turner schieden aus, weil sie verzogen oder heirateten, und junge Turner wuchsen nach.
Dann kam das Jahr 1914 und mit dem Krieg, der bis November 1918 dauerte. Viele aktive und inaktive kehrten nicht mehr zurück. Sofort nach dem Krieg wurde  der Turnbetrieb aber wieder aufgenommen.
Im Jahre 1921 wurde eine Halle an der Schillingspforte erbaut, die es gestattete,  den Turnbetrieb auch im Winter durchzuführen. Die Halle diente aber nicht  nur dem Turnverein, sondern alle Vereine nutzten sie für kulturelle Veranstaltungen.  Der Turnverein führte in der Halle auch einen Gaststättenbetrieb durch.  Während des Hallenbaus war Jakob Löffel Vorsitzender des Vereins. Bis zum Hallenbau haben folgende Personen den Vorsitz geführt:
1894 – 1997 Johann Klein
1898 – 1905 Friedrich Horst
1906 – 1914 Philipp Lahr
Da Philipp Lahr am Krieg teilnehmen musste, führte Johann Klein und Jakob  Löffel abwechselnd den Vorsitz. Ab 1923 übernahm Philipp Lahr wieder den Vorsitz. Lahr war jahrelang seit Bestehen des Vereins Turnwart gewesen.  Als er vom aktiven Turnen Abschied nahm, trat er in den Vorstand ein und übernahm  auch bald den Vorsitz. Außerdem war er noch Bürgermeister der Gemeinde.
Bis zu seinem leider allzu frühen Tod im Jahre 1933 leitete er maßgeblich  die Geschicke des Vereins.
Nach dem Tode Lahrs übernahm August Sauer den Vorsitz, Heinrich Fitting  war zweiter Vorsitzender und Wilhelm Hassinger Turnwart. Im Jahre 1934 konnte  der Verein sein 40-Jähriges Jubiläum feiern. Dies nahm man zum Anlass,  um im Rahmen eines Schau- und werbeturnens die noch lebenden Gründungsmitglieder  als Ehrenmitglieder in den Verein aufzunehmen. Es waren dies: Ludwig Bühler,  Heinrich Weigang, Jakob Knobloch, Ludwig Arm, Heinrich Hassinger und Heinrich  Scherrer. Heinrich Hassinger Konnte sogar noch das 75-Jährige Vereinsjubiläum im Jahre 1969 mitfeiern.
Es folgte nun anschließend aber eine Zeit, an die sich die Mitglieder  nicht so gerne erinnern. Der Turnbetrieb ging zurück, und es gab Schwierigkeiten  mit der Halle. Und wieder kam es zum Krieg. Wie schon im ersten Weltkrieg forderte  auch dieser Krieg viele Opfer unter den Turnern. Außerdem traf den Verein  gegen Kriegsende noch ein weiteres Unglück. Durch Kriegseinwirkungen ging im Jahre 1945 die Halle mit dem gesamten Turninventar, der Turnfahne mit der wunderbaren Turnerschleife, die ein in England wohnender Wonsheimer gestiftet  hatte, mit allen Ehrenurkunden der Turner und des Vereins sowie alle Ehrenurkunden  des Gesangvereines verloren. Dies bedeutete für alle Vereine der Gemeinde einen schweren Schlag. Der Turnverein war damit ausgelöscht.
in den darauffolgenden Jahren wurde trotzdem unter schwierigsten Bedingungen der Turnbetrieb aufrechterhalten. Aber bereits im Jahre 1950 wurde auf Drängen  der Jugend und alter Turnkameraden der Verein neu aufgebaut. In einer Versammlung wurde zwar ein Vorstand gebildet, aber keiner wollte Vorsitzender werden. Schließlich  ließ sich August Sauer dazu bewegen, den Vorsitz zu übernehmen. Dies  war keine leichte Aufgabe, denn es mussten wieder Turngeräte beschafft werden. Vom Turnverein Wöllstein erhielt der Verein ein Reck, vom Turnverein Fürfeld einen Barren und von der Gemeinde Stein-Bockenheim ein Pferd, weil sich dort niemand bereitfand, den Turnverein wieder aufzubauen. Durch Spenden  und einen Zuschuss vom Rheinhessischen Turnerbund konnten nach und nach neue  Geräte, Matten und der gleichen angeschafft werden. Auf Wunsch der Frauen  im Dorfe wurde auch eine Damenriege aufgestellt. Die Frauen turnten am Barren,  mit dem Federsprungbrett am Pferd und Bodenübungen. Der Verein übernahm auch das Schüler- und Schülerinnenturnen. Mit großem Eifer wurde im Saal von Wwe. Klein geturnt, so dass der Verein schon bald wieder erfolgreich  an Gauturnfesten teilnehmen konnte.
Ende des Jahres 1952 stellte August Sauer aus Altersgründen das Amt des  Vorsitzenden zur Verfügung.
Seit dieser Zeit haben folgende Personen den Vorsitz geführt:
1953 – 1954 Heinrich Espenschied
1954 – 1955 Erwin Arm
1955 – 1958 Willi Klein
1958 – 1962 Philipp Klein und Heinrich Espenschied
1962 – 1963 Heinrich Meitzler
1963 – 1966 Hans Bender
1966 – 1989 Hans Marx
1989 – 1997 Hans-Heiko Mattern
1997 – 2001 Albert Jahn
2001 – 2003 Hans-Heiko Mattern
2003 – 2005 Mirco Neuhaus
2005- bis Dezember 2006 Albert Jahn
Dezember 2006 – März 2007 Vereinsführung durch den 2. Vorsitzenden Hans-Heiko Mattern
seit 2007 Hans-Heiko Mattern
In der Generalversammlung am 12. Mai 1955 wurde eine Fußballabteilung  gegründet. Anfang des Jahres 1956 wurde im Zuge der Flurbereinigung ein  Sportplatz an der Fürfelderstraße eingerichtet.
Im Mai des Jahres 1957 wurde die neu erbaute Vereinshalle, an deren Aufbau,  auch der Turnverein tatkräftig mitgeholfen hatte, ihrer Bestimmung übergeben,  und der Turnbetrieb wieder aufgenommen.
Im Jahre 1957 wurde auf dem Sportplatz das Kreiskinderturnfest ausgerichtet. Am Samstagabend zuvor fand in der Halle ein Kommers statt, an dem Turnerinnen  und Turner, die Kreisriege sowie Gesangverein und Musikverein teilnahmen. Im  Rahmen der Festveranstaltung wurden die alten Turnkameraden August Sauer, Heinrich Fitting und Karl Sauer mit dem Gauehrenbrief ausgezeichnet, Karl Stolz und Ludwig  Klein erhielten die Ehrenmitgliedschaft. Im Jahre 1958 nahmen Turner des Vereins am deutschen Turnfest in München teil, wie so Diplom und Kranz erringen konnten. Durch gewisse Umstände wie auch berufliche Veränderungen  fanden aber diese Turner nicht mehr die nötige Zeit, sich dem Verein zu  widmen, so dass der Turnsport leistungsmäßig zurückging.
Ein Jahr später wurde der kleine Sportplatz in Eigeninitiative erweitert,  und damit die Voraussetzungen für einen dauerhaften und geordneten Spielbetrieb geschaffen.
Anfang der 60er Jahre errang die Fußballabteilung die C-Klassen-Meisterschaft. im Spieljahr 1963/64 wurde Wonsheim Kreispokalsieger.
Im Jahre 1965 wurde eine A-Jugend-Mannschaft gegründet und ein Jahr später ein Gerätehaus unterhalb des Sportplatzes errichtet sowie Flutlichtanlage  installiert.
Der starke Zuwachs an jungen Sportlern führte Mitte der 60er Jahre zur Verjüngung des Vorstandes und damit zu mehr Aktivitäten im Verein. Im Kinderturnen und in der Leichtathletik-Abteilung konnten in allen Altersstufen  Gruppen gebildet werden. In der Folgezeit wurden hervorragende Plätze bei Gau- und Landesturnfesten errungen. Auch bei den Kreis- und Landesmeisterschaften  in der Leichtathletik wurden Meistertitel erkämpft. Einen Höhepunkt in der Vereinsgeschichte bedeutete das 75-Jährige Jubiläum im Jahr 1969. Neben einem Festkommers und Ball im Festzelt konnten das Gauturnfest mit ca. 200 Teilnehmern, das Gaukinderturnfest mit einem Festzug von ca. 800 Teilnehmern sowie ein Jubiläumsfußballturnier ausgerichtet werden.
Bei den Deutschen Schülermeisterschaften der Leichtathletik in Stuttgart 1975 wurde ein hervorragender 11. Platz erreicht.
In den 70er Jahren wurde eine Alt-Herren-Mannschaft gegründet. 1976 kam  es zur Gründung einer Wanderabteilung. Seit 1988 wird jährlich am ersten Wochenende im September eine IVV-Wanderung mit durchschnittlich 1800  Wanderern durchgeführt. Im Jahre 1978 wurde eine Volleyballabteilung gegründet. Vom 30. Mai bis 8. Juni 1980 wurde das 25-Jährige Jubiläum der Fußballabteilung  gefeiert. Neben einem Festabend wurden auch mehrere Fußballturniere ausgerichtet.
Ein weiterer wichtiger Meilenstein im Vereinsleben bedeutete der 6. Februar  1981. An diesem Tag erfolgte die Beschlussfassung zum Bau eines neuen Sportheims.  Mit einem Kostenaufwand von 371.000 Mark wurde ein gelungenes Werk errichtet. Es muss in diesem Zusammenhang aber auch hervorgehoben werden, das Mitglieder und Freunde des TSV Wonsheim beim Bau dieses Heimes insgesamt über 4000  Stunden an Eigenleistung erbracht haben. An Eigenkapital wurden rund 150.000  Mark aufgewendet. das Sportheim wurde im Mai 1984 fertig gestellt. Dies geschah  gerade rechtzeitig zum 90-Jährigen Bestehen des Vereins. Die Festlichkeiten begannen am 25. Mai mit eben dieser Einweihung. Im Mai des Jahres 1988 wurde  der Beschluss gefasst, die gesamte Sportanlage zu erweitern. Bereits im Juni  des folgenden Jahres war der neue Hartplatz fertig gestellt und eine neue Flutlichtanlage installiert. Auch hier konnten wieder durch viele hundert Stunden Eigenleistung  die Kosten niedrig gehalten werden (ca. 60.000 Mark).

Im März 1990 wurde eine Abteilung Wirbelsäulengymnastik gegründet. Nachdem eine ausgebildete Übungskraft gewonnen werden konnte, wurde regelmäßig Kurse in dieser Disziplin angeboten. Ab Oktober 1991 wurde die Wirbelsäulengymnastik in den Übungsbetrieb aufgenommen.
Der Ausbau der Einfahrt zum Sportplatz und die Erweiterung des Parkplatzes vor dem Sportheim wurde im August 1992 vorgenommen. Am 26. Oktober des gleichen Jahres wurde eine Badminton-Abteilung gegründet. Im Januar 1993 wurde der  Verein für seine hervorragende Jugendarbeit die Sepp-Herberger-Urkunde  verliehen.
Am 23. Januar war der Verein Ausrichter der 8. Winterwanderung des Sportkreises  Alzey in Stein-Bockenheim.
Am 13. und 14. März konnte der Verein die Rheinhessenmeisterschaft im Kunstturnen  der Frauen in der Schulturnhalle der Höllbergschule in Wöllstein ausrichten.
Vom 15. bis 22. Mai 1994 nahmen zwei Kampfrichter in der Leichtathletik am deutschen Turnfest in Hamburg teil (H.F. Pfeiffer und H.-H. Mattern).
Die Festlichkeiten für das 100-Jährige Vereinsjubiläum fanden  vom 3. bis 5. Juni 1994 im Festzelt am Sportheim statt. Am ersten Tag fand auf  dem Friedhof eine Totenehrung statt, im Sportheim wurde eine Bildergalerie eröffnet  und der Festkommers mit dem Schirmherrn, Innenmister Walter Zuber fand statt. Beteiligt waren dabei der Musikverein aus Wörrstadt, tanzende Schülerinnen des TSV, der Gesangverein Wonsheim und die Jazz-Tanzgruppe Stein-Bockenheim.  Festansprachen hielten Innenminister Walter Zuber, der Kreisbeigeordnete Klaus  Hagemann, Ortsbürgermeister Philipp Schön und der Bürgermeister  der Verbandsgemeinde Wöllstein, Franz-Josef Lenges. Des weitern fanden  Ehrungen durch des Sportbund und den TSV statt.
Am zweiten Tag fand ein bunter Abend im Festzelt statt. Die Schülerinnen der Leistungsriege des Rheinhessischen Turnerbundes waren aktiv dabei, eine  Portugiesische Folkloregruppe aus Bad Kreuznach tanzte, die Gruppe „Rock  in Wormels“ aus Worms, Bodybuilder aus dem „New-Galaxy“ in Alzey  und die „Original Roßsteiner Holzhacker“ zeigten ihr Programm.  Die Festdamen unter der Leitung von Elke Barth waren ebenfalls mit von der Partie.  Für die musikalische Umrahmung und den anschließenden tanz sorgten  die „Original Riedgreuner“. Abschluss der 100-Jahr-Feier war das Gau-Kinderturnfest  mit Festzug. Der Ausklang der Feierlichkeiten fand mit Oldie-Musik statt.
Im November 1997 fand erstmals in der Gemeindehalle ein Showtanznachmittag für Jugendtanzgruppen statt. Auf Initiative des damaligen Vorsitzenden Albert Jahn fand 1998 ein Benefizturnier für den verunglückten TSV-Fußballer Helmut Klöß statt. Unter anderm spielte auch eine Prominentenauswahl gegen eine Kreisauswahl. Die aktiven Fußballer schafften 1998 den Aufstieg in die Bezirksklasse-Rheinhessen-Süd. Damaliger Trainer war Thorsten Jahn. Im November des gleichen Jahres wurde die Aerobic-Abteilung gegründet. Unter fachlicher Anleitung der DTB-Trainerin Gaby Bühler hat die Abteilung  ihre Arbeit aufgenommen. Im Jahre 1999 erhält der Vorsitzende Albert Jahn den DFB Ehrenpreis für hervorragende Arbeit.
An der 1200-Jahr-Feier der Ortsgemeinde Wonsheim 2000 beteiligte sich der TSV  ebenfalls. Die A/B-Junioren des TSV Wonsheim gewinnen im Jahr 2001 die Kreismeisterschaft  durch einen 3:1-Erfolg im Entscheidungsspiel auf dem Alzeyer Wartberg gegen den TuS Wörrstadt. Trainer waren Udo Löffel, Thorsten Jahn und Maic Neuhaus. In der Saison 2002/2003 wird erstmals eine Ib-Mannschaft der Fußballer  gemeldet, die am Spielbetrieb teilnimmt. Die erste Mannschaft schafft unter  der Leitung von Trainer Dieter Kleila den Aufstieg in die Bezirksklasse Rheinhessen  Süd.
Im Jahr 2005 feiert die Fußballabteilung mit einem Festkommers und der Ausrichtung des Verbandsgemeindeturniers ihr 50-Jähriges Bestehen. 2006 bekommt der Verein die Auszeichnung „Sport pro Gesundheit“, den „Pluspunkt Gesundheit“. Die C-Junioren Fußballer werden unter Trainer Norbert Stein Kreismeister und steigen auf.

In der Winterpause der Fußballer wird in der Saison 2006/2007 der Sportplatz erneuert. Zwei weitere Flutlichtmasten werden angebracht.

Verfasst vom ehemaligen Vereinsvorsitzenden August Sauer, fortgeschrieben von  den ehemaligen Vereinsvorsitzenden Hans Marx und Hans-Heiko Mattern, sowie Mirco Neuhaus.